„Hitler in unseren Köpfen?“
Annährungen durch Theater, Lesung, Vortrag und Stadtrundfahrt
Eine Veranstaltungsreihe im November 2017 in Gelsenkirchen

Im nächsten Jahr liegt der Beginn der NS-Diktatur 85 Jahre zurück, doch immer noch ist die Auseinandersetzung hiermit ein zentrales Thema der bundesdeutschen Gesellschaft. Die Akzeptanz menschenverachtender Ideologien nimmt zu und dringt in die Mitte der Gesellschaft – ein wichtiger Anlass, sich auch in Gelsenkirchen erneut mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Inszenierung des Theaterstückes „ Mein Kampf“ von George Tabori, das nun in Gelsenkirchen für Zuschauer/-innen ab 14 Jahren inszeniert wird.
Angeregt wurde das Projekt durch das Trias-Theater Ruhr, das für die Inszenierungen verantwortlich zeichnet.
Die Kooperationspartner/-innen (Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e. V. und Stadt Gelsenkirchen/Kulturraum „die flora“, Institut für Stadtgeschichte, Volkshochschule) ergänzen die Veranstaltungsreihe für Schüler/-innen und Erwachsene mit Vortrag, Lesung und Stadtrundfahrt.
Wichtig ist den Veranstalter/-innen die Auseinandersetzung mit der Frage, wie die heutige Gesellschaft mit ihrer Verantwortung für ein demokratisches, antirassistisches und friedensstiftendes Deutschland umgeht.
Theater
„Mein Kampf“ – eine Groteske von George Tabori
Erzählt wird, in nicht ganz ernst zu nehmender Form, die Geschichte der Wandlung des Menschen Adolf Hitler in das Monster Hitler. Das Stück spielt 1910 in einem Männerasyl in der Wiener Blutgasse. Der junge despotische, untalentierte Zeichner Adolf Hitler kommt nach Wien, um Kunst zu studieren. Dort freundet er sich mit dem Juden Schlomo Herzl an. Herzls Fürsorge für den traurigen Mann, der nie in seinem Leben geweint hat, geht sogar so weit, dass er ihn zu einer neuen Karriere führt, mit fatalen Folgen für die Weltgeschichte.
Regie: Tatjana Sarazhynska, Musik: Danny Tristan Bombosch
Schauspieler :Inga Stück,Harald Goldau, Ulrich Penquitt, Jens Dornheim (Jesse Krauss), Merlin Dembowski, Alexander Welp und Christian Becker

Termine: Samstag, 11.11.2017, 20:00 Uhr (Premiere), Sonntag, 12.11.2017, 18:00 Uhr
Dienstag, 14.11. – Donnerstag, 16.11.2017, 10:30 Uhr (Aufführung für Schulklassen, Reservierung erforderlich)
Ort: Kulturraum „die flora“, Florastr. 26, 45879 Gelsenkirchen
Eintritt Abendveranstaltungen: 14,00 €, erm. 10,00 € (Ermäßigung für Schüler/-innen, Studierende, Auszubildende, GE-Pass-Inhaber/-innen, Ehrenamtskarten-Inhaber/-innen nach Vorlage des Ausweises; Begleitperson für Schwerbehinderte kostenfrei)
Eintritt Schulaufführungen: 2,00 € für Schüler/-innen, Begleitpersonen kostenfrei
VVK: Tourist-Info im Hans-Sachs-Haus, Ebertstr. 11, 45879 Gelsenkirchen
Kartenreservierung und Info: (0209) 169 – 9105, www.die-flora-gelsenkirchen.de
Freitag, 24.11.2017, 12:00 Uhr (Aufführung für Schulklassen, Reservierung erforderlich) und 20:00 Uhr im BONNI, Eppmannsweg 32, 45896 Gelsenkirchen
Eintritt Abendveranstaltungen: 14,00 €, erm. 10,00 €
Eintritt Schulaufführungen: 2,00 € für Schüler/-innen, Begleitpersonen kostenfrei
Kartenreservierung und Info: (0209) 6 6047, infos@bonni.org oder an der Abendkasse
Samstag, 30.11.2017, 19:30 Uhr
Ort: Kurt-Neuwald-Saal der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Georgstr. 2, 45879 Gelsenkirchen
Eintritt: 14,00 €, erm. 10,00 €
Kartenreservierung und Info: info@jg-ge.de oder an der Abendkasse

Vortrag
Donnerstag, 16.11.2017, 19:00 Uhr
Mein Kampf – Karriere eines Buches
Vortrag von PD Dr. Ludger Heid, Duisburg, mit anschließender Diskussion

Hitlers 1925 erschienene Programmschrift und gleichzeitige Autobiographie „Mein Kampf“ gehört zu den umstrittensten, gleichwohl weit verbreitetsten Schriften der Weltliteratur und hat eine lange Editionsgeschichte. Das Buch erschien 1925 in einer Erstauflage von 10.000 Exemplaren und erreichte bis zum Jahre 1944 eine Gesamtauflage von 12,4 Millionen Stück. Bis in die Gegenwart übt dieses Buch vor allem wegen seines unmissverständlichen Antisemitismus einen nicht zu unterschätzenden Einfluss aus, nicht nur in Deutschland. Die beim bayrischen Freistaat liegenden Urheberrechte liefen am 31. Dezember 2015 aus, ein Anlass, sich mit der Rezeption dieses Machwerks zu beschäftigen. Inzwischen liegt eine wissenschaftlich-kommentierte Neuausgabe vor, die auf ein lebhaftes Echo stößt.

Ort: Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“, Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen
Eintritt: frei
Info: (0209) 169 – 8557

Montag, 20.11.2017
11.00 Uhr
Lesung für Schulklassen von Dr. Thomas Sandkühler „Adolf H. – Leben eines Diktators“

Wie Hitler wurde, was er war – eine Reportage auch für Leser ohne geschichtliche Kenntnisse
Neues über Hitler? Gibt es das überhaupt noch? Ist nicht alles schon gesagt und jedes Urteil schon gesprochen worden? Der Autor Thomas Sandkühler widmet sich dem Thema in seiner für Jugendliche geschriebenen Biographie über Adolf Hitler auf besondere Weise und erhielt dafür 2015 den EMYS-Sachbuchpreis. In einer leicht zu verstehenden Sprache schildert er das Leben und die Zeitumstände Hitlers mit einem Blick für das Wesentliche, der selbst Erwachsene, die schon viel dazu gelesen und gesehen haben, noch überrascht.
Neuere Forschungsergebnisse werden für die junge Leserschaft detailgenau aufbereitet und mit großem Ernst, hin und wieder auch mit ironischer Distanz beschrieben. Sandkühler schreibt kenntnisreich, behält jedoch die Leichtigkeit eines Erzählers bei, der die Geschichte ebenso ernst nimmt wie die, denen sie vermittelt werden soll.
Dr. Thomas Sandkühler (* 1962 in Münster/Westf.) ist ein deutscher Historiker, Hochschullehrer und Autor.
Anmeldung für Schulklassen erforderlich unter( 0209) 169 – 2403
Ort: Bildungszentrum, Ebertstr. 15, 45879 Gelsenkirchen, Raum 207 (Saal)
Eintritt frei

Stadtrundfahrt
Samstag, 25.11.2017, 11:00 Uhr – 13:30 Uhr
Historische Stadtrundfahrt durch Gelsenkirchen zu Orten der NS-Geschichte

Die historische Stadtrundfahrt führt zu ausgewählten Stationen, die an die Gelsenkirchener Stadtgeschichte während der NS-Zeit erinnern.

Es wird um telefonische Anmeldung bis zum 20.11.2017 gebeten unter Tel.: (0209) 169 – 8557 oder 169 – 8551
Treffpunkt: Reisebus, Rolandstraße (Parkplatz), 45881 Gelsenkirchen
Teilnahmegebühr : 5,00 €

Förderer:
Land NRW, Sparkasse Gelsenkirchen, Volksbank Ruhr-Mitte, Stiftung van Meeteren und unterstützt durch den Kulturcent des Musiktheaters im Revier und kulturleben e.v.

Trias Theater

„Theater ist unverzichtbar!“

Seit über zwanzig Jahren gibt es das Trias Theater-Ruhr. Seit über zwanzig Jahren hat es einen Sitz in Gelsenkirchen.

Ein Theater ohne eigene Spielstätte, aber immer unterwegs mit bewegenden Inszenierungen.
Theater ist ein Angebot, dass man annehmen muss.
Denn Theater stellt eine Art Zwangs Entschleunigung dar.
In dem Moment wo das Licht ausgeht, ist man von dem Gefühl entlastet noch dringend dieses oder jenes zu tun.
Theater hat nicht die Aufgabe die ökonomische Zerrissenheit, die Politikverdrossenheit und die Zerstreuung einer Gesellschaft zu kitten.
Aber es hat die Aufgabe, Realität auf eine bestimmte Weise erfahrbar zu machen, sodass diese gespielte Realität Anstöße gibt, sich mit etwa Neuem zu beschäftigen.
Im Theater spürt man, dass das Seiende nicht das einzig Wirkliche ist.
Theateraufführungen bearbeiten also eine Wahrheit und legen eine andere offen.
D.h.: Man kann die Dinge immer auch anders sehen.
Nichts anderes ist Kunst.
Spiegelung, Dekonstruktion und Überraschung!

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Seit 2000 trägt Trias die Handschrift von Ulrich Penquitt.
Er spielt, schreibt und führt Regie.

Penquitts Rollen sind extrem. Das kann er. Das liebt er. Ob Penner oder Philosoph, ob Hauptrolle oder Nebenrolle, er zeigt die Facetten der Charaktere, zeigt fehlerhafte Helden und heldenhafte Nichtstuer.” „Ich will etwas machen, was trotzdem ein Publikum findet”,
erklärt der Schauspieler, der sich immer neu erfindet und der seinen Weg sucht und findet in der sich wandelnden Theater- und Filmwelt.” WAZ

TRIAS THEATER- Ruhr
Urnenfeldstraße 25
45894 Gelsenkirchen
Fon 0209 / 39169
Mobil 0177 / 6011545
info@triastheater.de
www.triastheater.de