Für Kinder/ Jugendliche ab 12 Jahren

Im leeren Klassenraum erscheint Martin Langowski, Mitte dreißig.
..„Seit über zwanzig Jahren bin ich nicht mehr in einem Klassenraum gewesen,…Sofort legt sich eine Klammer um meine Brust..“
Aus seinen Schul- und Kindheitserinnerungen entwickelt sich nun seine Geschichte.
Er ein Spätentwickler, ein Zurückgebliebener, der mit Hilfe des Jugendamtes wieder Fuß fast. „Ich wurde mit 8 in der Schule angemeldet, zwei oder drei Jahre zu spät.“
Wenn ihm Alltag und Schule zu viel werden, flüchtet er sich in Tagträume. Es wächst der Wunsch “ etwas Besonderes zu sein“….“So hat das die Psychologin ausgedrückt. Auf deutsch: Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen!“…
Er schlüpft in die Rolle „Kaspar Hauser“ und sieht sich als verleugneter Thronfolger, als völlig falsch am Platz. …“Irgendjemand hatte mir den Floh vom Findelkind ins Ohr gesetzt. Abends, wenn man, wie die anderen im Bett liegt und nicht einschlafen kann. Der Name war mir gleich vertraut gewesen, wie eine zweite Haut.“…
Seine Vergangenheit wird lebendig und der Zuschauer verfolgt eine Geschichte des Spießruten laufen und dem nicht akzeptiert werden.
..“Viele Sachen waren ja neu, auch meine Rolle in der Klasse. Heute kann ich sagen, ich war der Prügelknabe gewesen, an mir wurde der ganze eigene Frust abgeladen. „…
Im Laufe des Stückes wird klar, dass die Vergangenheit immer noch präsent ist und sich nicht so einfach auslöschen lässt. …“ Warum? Warum ich bei fremden Menschen leben musste? Warum ich in diesem Haus auf der Stettiner Straße leben musste? Warum ich mit meinen Eltern nicht in Urlaub fahren konnte?
Aber das er auch Kraft daraus schöpft, selbstbewusst und hoffnungsvoll.
…“Das muss ich mir nicht gefallen lassen!…..Wissen Sie denn nicht ……Sie können mich nicht so herum schupsen!“ ……
Er schreibt:“ Ich war da! Kaspar.“ an die Tafel und verlässt den Klassenraum.

Gespielt wird dieses Theaterstück von einem Schauspieler.
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Das Theaterstück ist eine Uraufführung
und besonders für Klassenzimmer geeignet.
Autor:
Ulrich Penquitt
Schauspiel:
Vassilis Kazakos
Regie:
Ulrich Penquitt

P.S.
Immer noch ranken um die Kaspar Hauser Gestalt geheimnisvolle Geschichten. Ein zeitgenössisches Gerücht kolportiert, Kaspar Hauser sei der 1812 geborene Erbprinz von Baden.